Holzpelletspreis auf Rekordhoch: Steigende Nachfrage und Sogwirkung

15.12.21 • 18:32 Uhr • HeizPellets24 News • Oliver Klapschus

Die Energiepreis-Inflation hat seit Mitte November auch den Markt für Holzpellets voll erfasst. Mit einer Steigerung von über 50 Euro je Tonne im bundesdeutschen Durchschnitt binnen vier Wochen hat sich der Pelletpreis auf ein Allzeithoch von 303 Euro geschraubt, Das sind knapp 110 Euro je Tonne bzw. rund 55 Prozent mehr als vor einem halben Jahr und vor einem Jahr. Im Sommer 2021 und Spätherbst 2020 waren Holzpellets nahezu gleich teuer bzw. billig.

Als Ursachen für die starke Teuerung kommen mehrere Effekte gleichzeitig in Betracht, die parallel wirken. Zunächst ist die Sogwirkung der allgemein stark gestiegenen Energiepreise zu nennen. Rohöl und vor allem Gas haben zuletzt mit starken Preissteigerungen auf sich aufmerksam gemacht. Auch Strom wurde deutlich teurer. Die Steilvorlage vom Weltmarkt sorgte nicht nur für höhere Beschaffungskosten bei den Versorgern, sondern auch dafür, dass entlang der gesamten Handelskette höhere Margen zu beobachten waren. Nach den teils brutalen Preiskämpfen und Verlusten zu Beginn der Corona-Pandemie setzte eine notwendige Gegenbewegung ein, die nun ihrerseits in eine Übertreibung zu laufen scheint. Abgesehen von diesem bekannten Marktphänomen spielt auch die gestiegene Nachfrage durch den kontinuierlichen Zubau von Holzpellets-Heizungen eine Rolle.

Im Zuge der Energiewende zeigt sich, dass auch Holzpellets nicht unendlich verfügbar sind. Je stärker Holz als Brennstoff Verwendung findet, desto größer wird die Wechselwirkung mit anderen Nutzungsarten. Möbel-, Bau- und Brennholz werden zu Konkurrenten auf dem Markt, sobald sich die Holzpelletsproduktion nicht mehr ausschließlich aus der Rest- und Schadholzverwertung speisen lässt. Der Punkt solch grundlegender Marktänderungen ist allerdings zum aktuellen Stand nicht gegeben. Mit einem Zuwachs von rund 60.000 Pelletheizungen auf insgesamt gut 600.000 Pelletsheizungen (inkl. Pelletskaminöfen) laut statista.de bleibt der Anstieg mit einem jährlichen Zuwachs von rund zwölf Prozent, auf dem bereits im Vorjahr beobachteten Wachstumspfad. Der steile Anstieg der Holzpelletspreise in Deutschland lässt sich u.a. damit erklären, dass das Preisniveau zuvor außergewöhnlich niedrig war. Seit dem letzten Preishoch mit bis zu 275 Euro je Tonne Holzpellets im Dezember 2013 war über acht Jahre ein wellenförmiger Abwärtstrend der Pelletspreise zu beobachten. Die niedrigsten Preise waren stets in den Sommerhalbjahren anzutreffen.

Mit dem jüngsten Anstieg der Holzpelletspreise ist nun eine kurzfristige Übertreibung nach oben wahrscheinlich, die bereits voll im Gange ist. Hoffnung auf bald wieder sinkende Preise macht auch der Blick nach Österreich, wo die Notierungen für Holzpellets im letzten halben Jahr nur um rund 25 Prozent – also nur halb so stark gestiegen sind. Der Schweizer Markt zeigt einen Anstieg von rund 40 Prozent, wobei die Zahlen aufgrund einer dünnen Datenbasis wenig belastbar sind. Kunden, die keinen unmittelbaren Bedarf für die kommenden Wintermonate haben, sollten sich überlegen, mit Vorratskäufen zu warten. Aktuell kommt die ungünstige saisonale Komponente des Winters mit dem Momentum eines dynamischen Preisanstiegs zusammen. - ok

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